Abschied nehmen – Ein Interview über Ungewissheit & Hoffnung

    Zu wissen, dass es vielleicht das letzte Mal gewesen sein könnte, die eigene Großmutter zu sehen, gehört mit Sicherheit zu den schwersten Erkenntnissen im Leben eines jungen Menschen.
    Wenn man dann auch noch einige tausend Kilometer entfernt wohnt, ist dieser Schritt noch wesentlich schwerer. Meine Freundin Julia, die hier mit ihrer wundervollen 84-jährigen Großmutter zu sehen ist, musste diese schwere Reise nun auf sich nehmen.

    Anfang des Jahres wurde bei Julias Oma eine leichte Demenz festgestellt, die sich sehr schnell verschlimmert hat. Da es in der näheren Umgebung keinen Platz in einem Pflegeheim gab, musste ihre Omi mit 84 noch einmal umziehen und lebt nun 300 Kilometer entfernt von dem Ort, an dem sie ihr ganzes Leben verbracht hat.

    Julia hat mir von diesem sehr emotionalen Ereignis erzählt und mir gezeigt, dass ein Umzug dieser Art auch eine große Befreiung sein kann.

     

    Denn wenn ein älterer Mensch noch verstehen kann, dass ein Leben allein nicht mehr möglich ist, kann der Umzug in ein Pflegeheim für alle Beteiligten eine unglaubliche Erleichterung sein. Nun lebt ihre Omi in einem Pflegeheim in der Nähe von einer ihrer Töchter – und sie ist glücklich

    Denn jetzt bekommt sie die professionelle Betreuung, die sie benötigt, besitzt ein schönes Zimmer, eingerichtet mit den Möbeln ihres alten Zuhauses und kann ihren Lebtag in einer Umgebung genießen, die ihr Sicherheit und Geborgenheit spendet.

    Ob es die letzte gemeinsame Zeit von diesen zwei tollen Frauen gewesen ist, dass weiß niemand. Aber falls es so sein sollte, kann Julia ihre Omi mit bestem Gewissen gehen lassen. Denn diese starke Frau hat ihr Leben in vollen Zügen genossen, war eine wundervolle Mutter & Großmutter und konnte dieses besondere letzte Abenteuer noch bewusst miterleben und mitentscheiden, wofür alle unglaublich dankbar sind💌